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Rundpasse von oben stricken: So berechnest du die Zunahmen
Veröffentlicht: 15. September 2026
Ein Pullover mit Rundpasse wird von oben nach unten in einem Stück gestrickt – ohne Nähte, mit Anprobe zwischendurch. Die einzige Hürde: Die Zunahmen der Passe müssen stimmen. Mit ein paar Faustformeln rechnest du sie für deine Maschenprobe und deine Maße selbst aus.
So ist eine Rundpasse aufgebaut
Bei einem Pullover mit Rundpasse (auch Rundpassen-Pulli oder Yoke-Pullover – die nahtlose Alternative zum Raglan von oben) schlägst du am Halsausschnitt an und strickst in Runden nach unten. In der Passe nimmst du mehrmals zu, bis der Umfang groß genug ist, um Körper und Ärmel zu teilen. Danach geht es ohne weitere Zunahmen für den Körper weiter, die Ärmel strickst du zum Schluss auf den stillgelegten Maschen fertig.
Du musst also nur drei Fragen beantworten: Wie viele Maschen am Hals? Wie viele Maschen am Ende der Passe? Und wie verteilst du den Unterschied auf die Zunahmerunden?
Schritt 1: Halsmaschen berechnen
Der Halsausschnitt liegt je nach Modell meist zwischen 50 und 60 cm Umfang (eng für Erwachsene ca. 50 cm, locker eher 56–60 cm). Multipliziere den gewünschten Umfang mit deiner Maschenzahl pro Zentimeter aus der Maschenprobe:
- Halsmaschen = Umfang des Halsausschnitts × Maschen pro cm
- Beispiel: 54 cm × 2 Maschen/cm (20 M auf 10 cm) = 108 Maschen
Runde das Ergebnis auf eine Zahl, die zu deinem Bündchenmuster passt (bei 2/2-Rippen also auf ein Vielfaches von 4).
Schritt 2: Zielmaschen am Ende der Passe
Am Ende der Passe muss der Umfang für Körper und beide Oberarme reichen. Als Faustformel rechnest du:
- Passenumfang ≈ Brustumfang + 2 × Oberarmumfang − 4 × Achselbreite
- Beispiel: 100 cm + 2 × 32 cm − 4 × 8 cm = 132 cm
- Zielmaschen = 132 cm × 2 Maschen/cm = 264 Maschen
Die Achselbreite (die Maschen, die du beim Teilen unter dem Arm neu anschlägst) liegt für Erwachsene meist bei 6–10 cm. Die Achselmaschen zählen doppelt – einmal im Körper, einmal im Ärmel –, deshalb viermal. Der Brustumfang in der Formel ist die fertige Weite des Pullovers: Körpermaß plus Bewegungsweite – körpernah 0–5 cm, klassisch 5–10 cm, locker 10–15 cm.
Schritt 3: Zunahmen auf Runden verteilen
Der Unterschied zwischen Ziel- und Halsmaschen ist deine Gesamtzunahme – im Beispiel 264 − 108 = 156 Maschen. Klassisch verteilst du sie auf 3 bis 4 Zunahmerunden, die über die Passenhöhe verteilt liegen. Eine bewährte Aufteilung:
| Zunahmerunde | Position in der Passe | Zunahmen (Beispiel) | Maschen danach |
|---|---|---|---|
| 1. Runde | nach ca. 4 cm | +36 M (jede 3. M) | 144 M |
| 2. Runde | bei ca. 1/3 der Höhe | +48 M (jede 3. M) | 192 M |
| 3. Runde | bei ca. 2/3 der Höhe | +48 M (jede 4. M) | 240 M |
| 4. Runde | ca. 3–5 cm vor der Teilung | +24 M (jede 10. M) | 264 M |
Die genaue Verteilung innerhalb einer Runde – also nach wie vielen Maschen jeweils eine Zunahme kommt – rechnet dir der Zunahmen- und Abnahmen-Rechner aus: aktuelle Maschenzahl und Zielzahl der Runde eingeben, fertig ist die Anweisung. Wie die Formel dahinter funktioniert, erklärt der Ratgeber Maschen gleichmäßig zunehmen.
Wie hoch muss die Passe sein?
Als Richtwert gilt eine Passenhöhe von etwa einem Viertel des Brustumfangs, gemessen vom Halsbündchen bis zur Teilung – bei 100 cm Brustumfang also rund 25 cm. Rechne die Höhe mit deinen Reihen pro Zentimeter in Runden um, dann weißt du, in welchen Runden die Zunahmen liegen. Der beste Test bleibt aber die Anprobe: Leg die Maschen auf einen langen Faden oder eine lange Rundnadel und zieh den Pulli über – die Passe sollte bis knapp unter die Achsel reichen.
Häufige Fehler bei der Rundpasse
- Zu wenig Halsmaschen: Der Ausschnitt wird zu eng – lieber großzügig rechnen und mit einem elastischen Abschluss arbeiten.
- Zu viele Zunahmen auf zu wenige Runden gedrängt: Die Passe kräuselt sich wie ein Rüschenkragen. Verteile die Zunahmerunden über die Passenhöhe und stricke nach der letzten noch 3–5 cm ohne Zunahmen bis zur Teilung.
- Maschenprobe nicht in Runden gestrickt: Viele stricken in Runden fester als in Reihen. Stricke die Probe so, wie du später arbeitest.
- Garnmenge unterschätzt: Ein Rundpassen-Pulli braucht genauso viel Garn wie ein genähter – Richtwerte findest du im Ratgeber Wie viel Wolle für einen Pullover?
Häufige Fragen
Wie viele Maschen schlage ich für eine Rundpasse am Hals an?
Umfang des Halsausschnitts (nicht der Halsumfang!) mal Maschen pro Zentimeter aus deiner Maschenprobe. Für einen Erwachsenen-Ausschnitt mit 54 cm und 20 Maschen auf 10 cm sind das rund 108 Maschen – gerundet auf ein Vielfaches deines Bündchenmusters.
Wie oft muss ich bei einer Rundpasse zunehmen?
Üblich sind 3 bis 4 Zunahmerunden, die über die Passenhöhe verteilt liegen: eine nach wenigen Zentimetern, eine bei etwa einem Drittel, eine bei zwei Dritteln und oft eine kleinere etwa 3–5 cm vor der Teilung in Körper und Ärmel.
Wie viele Maschen brauche ich am Ende der Passe?
Als Faustformel: Brustumfang plus zweimal Oberarmumfang minus viermal Achselbreite, das Ganze mal Maschen pro Zentimeter. Bei 100 cm Brust, 32 cm Oberarm, 8 cm Achsel und 2 Maschen pro cm sind das etwa 264 Maschen.
Wie hoch soll die Rundpasse werden?
Ein guter Richtwert ist etwa ein Viertel des Brustumfangs, also rund 25 cm bei 100 cm Brustumfang. Am sichersten ist die Anprobe: Die Passe sollte bis knapp unter die Achsel reichen, bevor du Körper und Ärmel teilst.