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Maschen gleichmäßig zunehmen und abnehmen

Veröffentlicht: 26. Juni 2026 · Aktualisiert: 6. August 2026

Du sollst „gleichmäßig auf 100 Maschen verteilt zunehmen“ – aber wo genau? Mit einer einfachen Faustformel verteilst du jede Zu- oder Abnahme so sauber über die Reihe, dass man die Stellen später kaum noch sieht.

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Warum überhaupt gleichmäßig verteilen?

In vielen Anleitungen steht ein Satz wie „in der nächsten Reihe gleichmäßig auf 96 Maschen abnehmen“. Gemeint ist: Die Zu- oder Abnahmen sollen sich nicht an einer Stelle häufen, sondern in regelmäßigen Abständen über die ganze Reihe verteilen. So bekommt dein Strickstück eine saubere Form – zum Beispiel die Taillierung eines Pullovers, der Übergang vom Bündchen zum Körper oder das Verjüngen eines Ärmels. Klumpen sich die Maschen an einer Stelle, entstehen Beulen und Zugfalten.

Die Faustformel: Maschen ÷ Anzahl der Zu-/Abnahmen

Du brauchst nur zwei Zahlen: deine Ausgangsmaschen A (was jetzt auf der Nadel liegt) und deine Zielmaschen B (was am Ende drauf sein soll). Daraus ergibt sich:

Du teilst die Reihe also in D Gruppen auf. r dieser Gruppen sind um eine Masche länger (q+1), die übrigen haben q Maschen. Klingt nach Mathe, ist aber in zwei Minuten erledigt – oder du lässt es dir vom Zunahmen- und Abnahmen-Rechner direkt ausrechnen.

Zunehmen: Beispiel 88 → 100 Maschen

Du hast 88 Maschen und sollst auf 100 zunehmen. Das sind 12 Zunahmen. Rechne 88 ÷ 12 = 7 Rest 4. Also: q = 7, r = 4.

In Worten: stricke abwechselnd „8 Maschen, 1 Zunahme“ und „7 Maschen, 1 Zunahme“, bis die Reihe voll ist. Zum Zunehmen eignet sich eine M1 (eine Masche aus dem Querfaden zwischen zwei Maschen herausstricken) – die ist fast unsichtbar.

Abnehmen: Beispiel 120 → 96 Maschen

Jetzt liegen 120 Maschen auf der Nadel und du willst auf 96 herunter. Das sind 24 Abnahmen. Rechne 120 ÷ 24 = 5. Es geht glatt auf, q = 5.

Beim Abnehmen strickst du pro Gruppe zwei Maschen zusammen (k2tog). Die Anweisung lautet also: „stricke 3 Maschen, dann 2 zusammen“ – und das 24-mal wiederholen. Drei plus zwei zusammengestrickte ergeben fünf, das passt genau zur Reihe.

Rand und Symmetrie: der Profi-Trick

Damit die erste und letzte Zu-/Abnahme nicht direkt an der Kante sitzt, lässt du vorne und hinten je eine halbe Gruppe ohne Veränderung. Bei q = 5 strickst du am Anfang also gut zwei Maschen glatt, verteilst dann die Zu-/Abnahmen und endest wieder mit etwa zwei glatten Maschen. So bleibt die Reihe symmetrisch und die Nahtkanten lassen sich später sauber zusammennähen.

Häufige Fehler

Lass es dir ausrechnen

Du musst die Gruppen nicht im Kopf jonglieren: Gib einfach Ausgangs- und Zielmaschen in den Zunahmen- und Abnahmen-Rechner ein, und du bekommst die fertige Verteilung – inklusive der Mischung aus q- und (q+1)-Gruppen. So strickst du jede Form gleichmäßig, ohne Reststücke am Reihenende.

Häufige Fragen

Wie verteile ich Zunahmen gleichmäßig über eine Reihe?

Teile deine Maschenzahl durch die Anzahl der nötigen Zunahmen. Das Ergebnis (abgerundet) ist deine Gruppengröße – nach so vielen Maschen nimmst du jeweils eine Masche zu. Der Rest sagt dir, wie viele Gruppen eine Masche länger sein müssen. Beispiel: 88 Maschen, 12 Zunahmen ergibt 7 Rest 4, also viermal „8 Maschen plus 1 Zunahme“ und achtmal „7 Maschen plus 1 Zunahme“.

Was ist der Unterschied zwischen M1 und k2tog?

M1 (Make 1) ist eine Zunahme: Du strickst eine zusätzliche Masche aus dem Querfaden zwischen zwei Maschen und hast danach eine Masche mehr. k2tog (knit two together) ist eine Abnahme: Du strickst zwei Maschen zusammen ab und hast danach eine Masche weniger. M1 brauchst du beim Zunehmen, k2tog beim Abnehmen.

Was mache ich, wenn die Rechnung nicht glatt aufgeht?

Dann bleibt ein Rest, und das ist völlig normal. Die Anzahl der Reste verteilst du auf einzelne Gruppen, die dann eine Masche mehr bekommen. Bei 88 Maschen und 12 Zunahmen (Rest 4) sind das vier längere Gruppen mit 8 statt 7 Maschen. So geht die Reihe trotzdem exakt auf.

Sollte ich am Reihenanfang und -ende gleich zunehmen?

Besser nicht direkt an der Kante. Lass vorne und hinten je eine halbe Gruppe ohne Zu- oder Abnahme. Das hält die Reihe symmetrisch und sorgt für saubere Nahtkanten, die sich später leichter zusammennähen lassen.

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