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Maschenprobe stimmt nicht – was tun?

Veröffentlicht: 26. Juni 2026 · Aktualisiert: 6. August 2026

Du hast brav eine Maschenprobe gestrickt – und sie passt nicht zur Anleitung. Bevor du frustriert weiterstrickst oder alles aufribbelst: Es gibt genau zwei saubere Wege aus dem Problem. Welcher der richtige für dich ist, hängt davon ab, wie weit du daneben liegst und wie aufwendig die Anleitung ist.

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Erst richtig messen, dann entscheiden

Bevor du irgendetwas änderst: Vergewissere dich, dass deine Maschenprobe überhaupt aussagekräftig ist. Stricke ein Quadrat von mindestens 15 × 15 cm im Anleitungsmuster, wasche und spanne es genauso, wie du später dein fertiges Teil behandelst – und miss erst danach. Viele Garne ziehen sich beim Waschen zusammen oder werden weicher und breiter. Eine Probe, die du trocken von der Nadel weg misst, lügt dich an. Wie du sauber zählst und misst, zeigt dir der Ratgeber Maschenprobe messen.

Erst wenn die Probe gewaschen und trocken ist, vergleichst du deine Maschenzahl pro 10 cm mit der Angabe in der Anleitung. Daraus ergibt sich, was zu tun ist.

Maschenprobe stimmt nicht – was tun? Die zwei Wege

Es gibt nur zwei sinnvolle Reaktionen. Entweder du bringst deine Probe zur Anleitung – oder du bringst die Anleitung zu deiner Probe.

Weg 1: Nadelstärke wechseln

Das ist der Standardweg und fast immer der bequemere. Die Faustregel ist einfach:

Schon 0,25 mm Unterschied in der Nadelstärke verändern die Maschenzahl spürbar. Taste dich also in kleinen Schritten heran, statt gleich zwei Größen zu springen. Wechsle die Nadel, stricke eine neue Probe, wasche und miss erneut – bis du auf der Maschenzahl der Anleitung landest. Dieser Weg lohnt sich besonders, wenn dir die Passform wichtig ist (Pullover, Jacke) oder die Anleitung viele verschiedene Zählangaben hat, die du sonst alle einzeln umrechnen müsstest.

Weg 2: Anleitung auf deine Maschenprobe umrechnen

Manchmal willst oder kannst du die Nadel nicht wechseln – etwa weil dir der Maschenfall mit der aktuellen Nadel gefällt oder die nächste Nadelstärke das Garn zu dicht oder zu luftig macht. Dann lässt du deine Probe, wie sie ist, und passt stattdessen die Zahlen der Anleitung an. Das geht mit dem Dreisatz:

neue Anzahl = Anzahl in der Anleitung × (eigene Maschenprobe ÷ Maschenprobe der Anleitung)

Die Reihen rechnest du nach demselben Prinzip mit deiner Reihen-Maschenprobe um. Dieser Weg ist ideal bei einfachen Teilen wie Schals, Tüchern oder Decken, bei denen es nur auf wenige Zahlen ankommt.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Die Anleitung gibt 20 Maschen auf 10 cm an und sagt: „Schlage 100 Maschen an." Deine gewaschene Probe hat aber 22 Maschen auf 10 cm – du strickst also etwas fester.

SchrittRechnungErgebnis
Anschlagmaschen umrechnen100 × (22 ÷ 20)110 Maschen
Alternative: Nadelzu fest gestrickt → dickere Nadel, z. B. +0,5 mmneue Probe stricken

Würdest du stur die 100 Maschen der Anleitung anschlagen, käme dein Teil rund 10 % zu schmal heraus – bei einem Pullover schnell eine ganze Konfektionsgröße. Entweder du schlägst also 110 statt 100 Maschen an, oder du gehst auf eine dickere Nadel, bis du wieder bei 20 Maschen pro 10 cm landest.

Welcher Weg für dich?

Beide Wege sind legitim – Hauptsache, du strickst nicht einfach drauflos und hoffst auf das Beste.

Rechne deine konkrete Zahl aus

Statt im Kopf mit dem Dreisatz zu hantieren, lässt du rechnen: Trage deine eigene und die Anleitungs-Maschenprobe in den Anleitung-umrechnen-Rechner ein und du bekommst sofort die neuen Maschen- und Reihenzahlen. Und wenn du erst noch deine Maschenprobe sauber auswerten willst, hilft dir der Maschenprobe-Rechner dabei. So musst du nichts zweimal aufribbeln.

Häufige Fragen

Meine Maschenprobe hat zu wenige Maschen – welche Nadel nehme ich?

Zu wenige Maschen auf 10 cm heißt: dein Gestrick ist zu locker. Wechsle auf eine dünnere Nadel und stricke eine neue Probe. Schon 0,25 mm machen einen spürbaren Unterschied, taste dich also in kleinen Schritten heran.

Muss ich die Maschenprobe vor oder nach dem Waschen messen?

Immer nach dem Waschen und Spannen – und zwar so, wie du auch dein fertiges Teil behandelst. Viele Garne verändern sich beim Waschen. Eine trocken von der Nadel gemessene Probe ist nicht verlässlich.

Kann ich die Anleitung umrechnen, statt die Nadel zu wechseln?

Ja. Nutze den Dreisatz: neue Anzahl = Anzahl der Anleitung × (eigene Maschenprobe ÷ Maschenprobe der Anleitung). Die Reihen rechnest du analog um. Das lohnt sich vor allem bei einfachen Teilen wie Schal, Tuch oder Decke.

Wie stark wirkt sich ein Nadelwechsel aus?

Pro 0,25 mm Nadeldifferenz ändert sich die Maschenzahl auf 10 cm deutlich. Springe daher nicht gleich zwei Größen, sondern wechsle in kleinen Schritten und stricke nach jedem Wechsel eine frische, gewaschene Probe.

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